Pflanzenkunde als Populärwissenschaft
Antoine du Pinet (ca. 1510 – 1584)
Pinet stammte aus der Franche-Comté (Baume-les-Dames) und war mit Calvin befreundet. Als protestantischer Theologe und Schriftsteller verfasste er auch eine der ersten Taschenfloren. Seine „Historia plantarum“ von 1561 ist ein Auszug aus Mattioli und anderen großen Botanikern dieser Zeit. „Zusammengestoppelt“, allgemeinverständlich, mehr-sprachig, für das Gelände bestimmt, eine Art „Kosmos-Führer“ des 16. Jahrhunderts…
Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778)
Während seines Aufenthaltes in Môtiers (Neuenburg) und auf der Petersinsel (Bieler See) begann Rousseau, sich für die Botanik zu interessieren und befasste sich ernsthaft damit. Er las Linné und kann auf dem Gebiet der Pflanzenkunde als durchaus kompetenter Amateur gelten.
Seine „Botanischen Briefe an Frau Delessert“ (1771-73) sind für die Erziehung eines kleinen Mädchens bestimmt; der Botanik wird zugetraut, sie dämpfe die Lust an frivolen Ver-gnügungen. Der Zweck ist also pädagogischer Natur. Der Bruder der Kleinen, der spätere Bankier und Politiker Benjamin Delessert wurde übrigens ein leidenschaftlicher Förderer der Pflanzenkunde.